Ruth war das jüngste Kind des jüdischen Metzgers Samuel Levy und seiner Frau Hedwig aus der Kirchstrasse 6. Sie ist 1927 geboren, also zwei Jahre älter als Anne Frank.
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Ruth Levy: von ihr gibt es kein Photo |
Im Jahre 1938, in der Pogromnacht des 9. auf den 10. November, brennen Troisdorfer Nazis einen Teil ihres Elternhauses ab. Später ziehen die Levys zu Verwandten nach Köln um. Von dort werden Vater Samuel, Mutter Hedwig und Tochter Ruth im Oktober 1941 nach Lodz in Polen verschlepp (deportiert).
Dort haben die Nazis bereits im April 1940 einen Bezirk abgeriegelt, z.B. durch einen hohen Bretterzaun, in dem nur Juden leben dürfen (Ghetto). Für 164.000 Menschen aus Lodz und Umgebung standen 48.000 Wohnräume zur Verfügung; sie mussten selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen, d.h. in sogenannten Werkstätten für die Nazis arbeiten. Dafür bekamen sie wertloses Ghettogeld, mit dem sie nur bei den Nazis kaufen konnten.
Die Folge waren Hunger und im Winter Erfrierungen. Die Ghetto-Bewohner verfeuerten bei Frost ihre Wohnungstüren, Kinder und Alte verhungerten trotz der Suppenküchen, die von der jüdischen Selbstverwaltung eingerichtet wurden. über das Schicksal der Familie Levy im Frühjahr/Sommer 1942 wissen wir nichts, auch das "Zydowski Instytut historyczny w Polsce" (das jüdische Institut für Geschichte) in Warschau hat in seinen Unterlagen keine Angaben über diese Troisdorfer.
Die Hälfte der deutschen Juden, die im Spätherbst aus dem Westen des Deutschen Reiches nach Lodz verschleppt worden sind, wird im Mai 1942 in dem nahe gelegenen Ort Chelmno (deutsch: Kulmhof) ermordet: sie werden in geschlossenen Lastwagen mit deren Abgasen erstickt. Man schätzt, dass so 152.000 Juden aus Polen und dem Reich zu Tode gekommen sind.
Ab 1943 werden ihre Leichen auf Befehl der Nazis von jüdischen Sonderkommandos verbrannt.
Ruths älterer Bruder Emil ist im Ghetto Minsk ermordet worden, wahrscheinlich 1943. Ihre ältere Schwester Hilde ist mit ihrem Mann und ihrem Baby rechtzeitig in die USA ausgewandert; dort ist sie 1998 gestorben.
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Abbildung 1: Der Ghetto-Zaun |
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Abbildung 2: In einer Nähwerkstatt |
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Abbildung 3: In einer Werkstatt |
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Abbildung 4: Vor einer Suppenküche |
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Abbildung 5: Kinder vor dem Waisenhaus des Ghettos |
Bilder:
Erwin Bernauer, mit freundlicher Genehmigung R.M.
Wiener Library, London.
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