Anhand dieser chronologisch gezeigten, so anrührenden Bilder, spärlich und doch ausreichend unterfüttert mit Text sowie - dank der Hilfe des Oetinger-Verlages - einigen Fotografien, kann diese Annäherung auch mit jüngeren Kindern gelingen. Zumal Elisabeth Hohmeister und ihre Kollegin Gabriele Schröder eng mit dem Troisdorfer Studienseminar zusammenarbeiteten: Angehende Pädagogen haben für verschiedene Altersstufen zwischen der ersten und der sechsten Klasse Arbeitsmaterial entwickelt, mit dem sich die Schüler auf ihrer Wissensstrasse die Werkschau selber erarbeiten können. Auf dem Fussboden, auf dem ganz schlicht der Grundriss von Annes Hinterhof-Schlafzimmer abgeklebt ist erhalten sie zugleich einen fühlbaren Eindruck von der Enge, dem Eingesperrtsein des jüdischen Mädchens. Und wie sehr die Ereignisse aus Amsterdam jenen glichen, die sich ganz nah, hier in dieser Stadt, ereigneten, zeigen zwei kurze Dokumentationen über die Wege der Familien Levy und Bernauer aus Troisdorf.
Für Kunstinteressierte ist zugleich der Schaffensprozess der Künstlerin interessant: Im Spiegel von Skizzen und den letztendlich vollendeten Originalen können sie das Ringen um die Persönlichkeit, die Gefühle der gezeichneten Personen erkennen. Anne Franks kurzes Leben war zu Ende, ist neben einem letzten, den überlebenden Vater zeigenden Bild zu lesen. Aber ihre Geschichte fing gerade erst an.
Die Ausstellung in der Remise des Bilderbuchmuseums wird am Sonntag, 27. August, 11 Uhr eröffnet und ist bis zum 14. September zu sehen. Zur Eröffnung liest die preisgekrönte Autorin Mirjam Pressler aus ihrer Anne-Frank-Biografie Ich sehne mich so.