Gebhard I. von Waldburg

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Wappen
der Waldburg
(vor 1480)
(Wikipedia)
Wappen Stich von
Jan Sadeler
(Variante 2),
nach 1582, *
HAUM
Ausschnitt,
Variante 1: im
Hermelinkragen
des Erzbischofs/
Kurfürsten,
nach 1578
Variante 2: im
protestantischen
Habit,
nach 1582
Gebhard
(1579)
(Wikipedia)

* [Text der Umschrift:] Gebhardus Dei gratia archiepiscopus Colonien(sis) princeps elector sacri Rom(ani) imp(erii) per Ital(iam) archican(cellarius) Westph(aliae) et Anga(riae) dux

[deutsch:] Gebhard, von Gottes Gnaden kölnischer Erzbischof, Kurfürst, des heiligen römischen Reiches durch Italien Erzkanzler, Herzog von Westfalen und Engern

 

"Gebhard von Waldburg-Trauchburg, Truchsess von Waldburg, (* 10. November 1547 in Heiligenberg; 31. Mai 1601 in Strassburg) war Kurfürst und Erzbischof von Köln (1577-1583). Er war ein Mitglied des schwäbischen Adelsgeschlechtes Haus Waldburg.
Gebhard stammte aus der Linie der Waldburg-Zeil, Reichstruchsessen von Waldburg. Er studierte an den Universitäten Dillingen, Ingolstadt, Perugia und erhielt Pfründe in Augsburg, Köln und Strassburg. Er wurde am 5. Dezember 1577 in Köln mit 12/10 Stimmen gegen Ernst von Bayern (1554 - 1612) zum Erzbischof gewählt. Am 19. März 1578 empfing er die Priesterweihe und leistete den Tridentinischen Glaubenseid.

[Einschub: 1577 heiratete Salentin von Isenburg in Bonn die Gräfin Antonie Wilhelmine von Arenberg, NACHDEM er vom Amt des Erzbischofs in Köln zurückgetreten war. Dadurch wurde der Weg frei für Gebhard ...]

Im April 1578 erfolgte die Belehnung durch Kaiser Rudolf II. und die Aufnahme in das Kurfürstenkollegium. Die päpstliche Bestätigung seiner Wahl erhielt er am 29. März 1580. Am 19. Dezember 1582 sagte sich Gebhard öffentlich von der katholischen Kirche los und verkündigte die Glaubensfreiheit. Mit der protestantischen Agnes von Mansfeld, Stiftsdame im Stift Gerresheim, unterhielt Gebhard seit ca. 1579 ein Liebesverhältnis und heiratete sie am 2. Februar 1583 in Bonn. Daraufhin wurde er am 1. April 1583 von Papst Gregor XIII. exkommuniziert. Das Domkapitel wählte am 23. Mai 1583 den Jesuitenzögling Ernst von Bayern zum Gegen-Erzbischof von Köln und sicherte dadurch bayerisch-spanische Truppenunterstützung sowie die katholische Mehrheit im Kurfürstenkollegium. Gebhard mobilisierte seine Truppen und erhielt kurpfälzische Hilfe durch Pfalzgraf Johann Kasimir (Pfalz-Simmern).

Es kam zum Kölner Krieg (1583-1588), auch truchsessischer Krieg genannt, der für Gebhard ungünstig verlief. Nach der Eroberung der Godesburg bei Bonn am 7. Dezember 1583 durch bayerisch-spanische Truppen floh Gebhard in das kurkölnische Westfalen, nach Werl in das dortige kurfürstliche Schloss. In den sog. Truchsessischen Wirren wurde die Einrichtung der Werler Pfarrkirche St. Walburga zerstört. Erbitterte Gegenspieler fand er in Hermann von Hatzfeld, einem kurkölnischen Droste zu Balve, und in Kaspar von Fürstenberg, Droste der Ämter Bilstein und Waldenburg. Er ging dann, durch Wilhelm von Oranien vermittelt, nach Den Haag in den Niederlanden und setzte den Krieg mit niederländischen Truppen fort, die am 23. Dezember 1587 Bonn eroberten und verwüsteten. Gebhard gab 1589 den Kampf auf, siedelte nach Strassburg über, wurde protestantischer Domdechant am Hof von Herzog Friedrich von Württemberg. Er starb 1601 in Strassburg und wurde im Strassburger Münster beigesetzt."

Weblinks
  1. Gerhard Kleinsorgen: Kirchengeschichte von Westphalen, und angränzenden Oertern ... - Bd. III m. d. Titel: Tagebuch von Gerhard Truchses Kölnischem Erzbischofe.
  2. Max Lossen: Gebhard, Truchsess von Waldburg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 457 - 470.
  3. Chronikblätter der Familie Luyken, Jahr 1923, Band I, Seite 138 ff. (de)

Text aus Wikipedia am 17.01.2010, ergänzt am 08.01.2011

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