Wir Gebhardt, von Gottes Gnaden erwölter und bestetigter Ertzbischof zu Cölln, des Hey[ligen] Röm[ischen] Reichs durch Italien Ertzcantzler und Churfürst, Herzog in Westvalen und Engern etc., bekhennen hiemit, dass uns gegenwertiger der wurdig Magister Johann Northausen in unser Statt Bonn fur einen Predicanten treulich und wohl, als einem Lehrer und Dhiner des Wort Gottes gepurt, gedhinet und dan nach Inwerfung von unsern Widerwertigen in den Rhein bey uns ein zeitlang das reine göttliche Wort gelehret. Weiln er aber aus Schwacheit des Leibs diese Niederlande nicht lenger vertragen kann, als haben wir ihme in Teutschlandt zu ziehen gnedigst verlaubt.
Derwegen an einen jedern seinem Standt nach unser freundlich, gunstig und gnedig Pitten und Gesinnen, den unsern bevelendt, gemelten Predicanten zu Wasser und Landt frey, sicher und ungehindert passiren zu lasen und unsertwegen auch seiner aussgestandenen Gefahr halben alle gute Befurdernus zu erweisen. Das seindt wir umb einen jedern der Gepuer zu beschulden und in Gnaden zu erkhennen geneigt. Die Unsern verrichten hieran unsern Bevelch.
In Urkundt haben wir uns eigener Handt underschrieben und unser secret Insiegel zu Endt furtruckhen lassen. Geschehen Honslerdyckh [= Honselaarsdijk], den 14. Julii anno etc. [15]85 stylo antiquo.
[Siegel] Gebhard m[anu] p[ropria]
[Rückseite:] Passport Magister Johan Northausen sub dato 1585.
Literaturverzeichnis:
Archiv der Ev.-reformierten Gemeinde Emden, Tit. 10, Aktenpaket Nr. 503, Nr. 15, Stück 6; mit Siegel, nach: Goeters, J.F.G. 1992. Magister Johann Northausen, Bonns reformierter Pastor in der Zeit des Truchsessischen Krieges, und seine Gemeinde. Bonner Geschichtsblätter. 1992, Bd. 42, S. 171 ff.