Gerhard von Kleinsorgen,

der Rechten Licentiaten, unter sieben Kuhrfürsten Kuhrkölnischen Rathes in Westphalen

Tagebuch

von

Gebhard Truchses

Kölnischem Erzbischofe.

Oder:
Der Kirchengeschichte

Dritter Theil.

Herausgegeben

von

den Minderbrüdern Conventualen

in Münster

Mit Beylagen.

Mit Genehmhaltung der Obern.

Münster in Westphalen,

bey Anton Wilhelm Aschendorf, 1780.

kleinsorgen

[Seite 4]

[…] So hat auch unter andern der gewesene und abgesetzte Kuhrfürst Gebhard Truchses im Jahre 1578 am 15ten November - sieh Beylage 1 – bey wahrhaften Worten und kuhrfürstlichen Ehren geredet, versprochen und gelobet, versiegelt und unterschrieben, diese Landesvereinigung festiglich zu halten; gleich wie er zuvor in Zeit der Election dem Domkapitel gelobet, versprochen und ausgeschworen hatte, sowohl die alte Westphälische, als die erklärte Rheinische Landesvereinigung – welche der Westphälischen schier durchaus gleich ist – außer daß im Jahre 1550 in selbiger die Neuerung in Sachen unserer Religion wider die allgemeine Ordnung der Katholischen Kirche oder sonst in geist- und weltlichen Dingen noch nachdrücklicher verboten ist – vollkommen zu halten, und bey der katholischen Religion standhaft zu beharren.

Wiewohl er nun auf solche Gelübde und eidliche Zusage zum Erzbischofe zu Köln gewählet, und von dem Pabste – nachdem er im Jahre 1578 am 24ten Tage Aprils vor dem Erzbischofe zu Trier Catholicam fidem et Religionem mit einem Eide bekannt hatte – bestätiget wurde, anbey auch ein Zeitlang bis in das Jahr 14582 sich am Rheine sowohl als in Westphalen also betragen hatte, daß man nicht anders bemerken und muthmaßen konnte, als sey er in

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Wahrheit der katholischen Kirche und Religion beystimmig. Denn er war zum Priester eingeweihet, er wohnte dem Meßopfer – so viel man aus seinen äußeren Gebärden urtheilte – andächtig bey, und communicirte dem katholischen Gebrauche nach. [Es folgen einige Beispiele.] Es ist aber , leyder! bald hernach aus seinen eigenen Schriften und gedruckten Handlangungen zum Lichte gekommen, daß besonders im Jahre 1581 und 82 die vorgehenden und nachfolgenden schriftliche und mündliche Erklärungen – so die katholische Religion und Jesuiten betreffen sollten – nur Hecheley und Ränke gewesen seyn, und daß er schon zu selbiger Zeit eine andere

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Meynung geheget habe. […]


nach:

http://books.google.de/books?id=hrIAAAAAcAAJ&dq=Kleinsorgen+Kirchengeschichte&printsec=frontcover&source=bl&ots=RMQt3vJeml&sig=3L9MBEDY1wU1d4SEfWrA2A8WcP8&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result

am 25.12.2010