Lossen

Teil 2 der Umschrift

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Nach dreiwöchentlicher Arbeit, am 6. Dezember a. St., waren Graf Arenbergs Schanzgräber mit ihrer in den Felsen getriebenen Mine bis hart unter die Mauern des Schlosses Godesberg vorgedrungen. In der Frühe des 7. Dezember wurden 1500 Pfund Pulver in die Mine gebracht; in den Laufgräben
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dahinter standen 400 Mann zum Sturm bereit. Das übrige Kriegsvolk ließ der Feldoberst, Herzog Ferdinand, unten im Feld in Schlachtordnung halten. Noch einmal forderte er dann die Besatzung auf, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben, erhielt aber wieder eine höhnische oder trotzige Antwort. Darauf wurde um die Mittagszeit die Mine entzündet und flog mit solchem Effekt aus, daß fast das halbe Schloß in
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Trümmern übereinander stürzte. Da das herabhängende Dachgestühl das Stürmen an der Sprengstelle unmöglich machte, stiegen ein paar beherzte Leute auf zusammengebundenen Leitern auf der Rückseite durch ein heimliches Gemach in die Burg hinein, denen 40 bis 50 weitere Knechte folgten; sie drangen, obwohl die Besatzung mit Steinwerfen manchen tötete oder verwundete, in den Hof der Burg und machten alles, was sich ihnen in den Weg stellte, zwanzig oder dreißig Mann, nieder. Die übrigen, etwa 50 Mann an der Zahl, mit dem Hauptmann Felix Buchner und seinem Leutenant Ebert Suderman - aus dem berühmten Kölner Patriziergeschlecht - zogen sich in den mitten im Hof stehenden hohen runden Turm zurück und wollten nun kapitulieren. Die Aufforderung der inzwischen in Masse in die Burg eingedrungenen Feinde, auf Gnade und Ungnade sich zu ergeben, wiesen sie jedoch zurück und stellten einige im Turm Verwahrte Gefangene, namentlich den im vergangenen Sommer in die Burg gebrachten Abt von Heisterbach und den von Dr. Beutterichs Leuten bei der Erstürmung von Deutz gefangenen Hauptmann Reinucci unter die Thüre, mit der Drohung, diese müßten, wenn man ihnen weiter zusetze, zuerst daran. Darauf sicherte Graf Arenberg dem Hauptmann Buchner, seiner Madama und dem Leutenant das Leben zu, konnte sie dann aber nur mit Mühe den Händen seiner durch den stundenlangen blutigen Kampf in Wut geratenen Kriegsknechte entreißen. Alle anderen in den Turm geflüchteten Soldaten, samt Weibern und Kindern, wurden teils droben, teils unten im Hof erbarmungslos niedergemacht. Mit Anbruch der Nacht rückten die Sieger wieder in ihre Quartiere zurück.