Frau Wally G. vor dem bewussten Radio; es besteht aus zwei dunklen Kästen, die
im Küchenbord neben Zucker und Sago verstaut sind (Aufnahme 1934). Die NSDAP hat es 1933
manipuliert, damit die "Moskauer Sendungen" nicht mehr empfangen werden konnten.
Was mag der Vater (Paul M.) wohl gefühlt haben, als er im KZ Esterwegen seiner Familie diese Postkarten bastelte? Strohhalme, natur und gefärbt, und eine kunstvolle Schrift bilden den kargen Schmuck dieser Karten. Auf den Rückseiten hat die Zensur gestempelt:
Staatl[iches] Konzentr[ations]-Lager II *
Esterwegen (Hümmling).
vor 1933 SPD-Vorsitzender, in einem "Hochverrats"-Prozess 1934 freigesprochen. (Aufnahme ca.1959)
eine Aufnahme, die 1934 in der Sowjetunion entstand und die sie einem Brief
an ihre Schwester Hanni beilegte.
der im SA-Heim ermordet wurde. Die Aufnahme ist von 1932 oder 1933,
vielleicht das letzte Foto vor seinem gewaltsamen Tod im SA-Heim.
1933 SPD-Vorsitzender und 1933 mehrere Monate in "Schutzhaft". (Aufnahme Ende der 50er Jahre)
der im Moorlager war und die Karten hergestellt hat. (Aufnahme 1938)
Blick in den vollbesetzten Thiesenschen Saal; in der ersten
Reihe die Ehrengäste, rechts und im Hintergrund SA, an den Wänden die Hakenkreuzfahne und
die deutsche Fahne (Schwarz-Weiss-Rot).
Bürgermeister Langen spricht (linker Bildrand, unter der
halbverdeckten Hakenkreuzfahne); auf der Bühne die SA-Kapelle.
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Der Gemeinderat (vordere Sitzreihe) mit Bürgermeister Langen (4.von rechts); auf der
Bühne der Männerchor "Caecilia". An der Bühnenrückwand (von links): Hakenkreuzfahne (halb
verdeckt), Gemeindefahne, Vereinsfahne, Hakenkreuzfahne, Bild Hitlers.
Jakobs' Leichnam ist aufgebahrt, vermutlich im Rathaus. Die Ehrenwache
wird gebildet von SA und (vorne links) SS.
Der Trauerzug, im Hintergrund das Rathaus.
in der Uniform der DAF.
Die letzten Schüler und Lehrer in Altenrath, aufgenommen im Januar (oder Mai?) 1938 vor der Altenrather Schule.
"LETZTE KIRMES" - Der lebendigen Schrift erstirbt das Lächeln auf den Lippen (8.-10.August 1937).
Im Krieg (und auch noch nach 1945) wurden wichtige Lebensmittel rationiert, d.h. sie waren nicht mehr frei käuflich: Hier eine "Reichsfettkarte" für Butter, Margarine, Speiseöl, Quark, Käse und Speck aus dem Monat April 1943.
Die Fassade des Brünellschen Hauses (Hippolytusstrasse 4), wie sie der
Architekt 1906 gezeichnet hat (aus der Bauakte). 1985 nach einem Umbau ist sie weitgehend
wiederhergestellt worden.
Die Giebelwand des Bernauerschen Hauses (Kölnerstrasse 55); an der betagten
Reklamefläche sind alle Renovierungen vorübergegangen - auf ihre Art eine dauernde Mahnung
(1985).
Ein Lebenszeichen aus Lodz ? Am 15.3.42 quittiert Albert Brünell den Empfang von 10 RM.
Eine echte Unterschrift aus Theresienstadt ? Am 18.4.44 quittiert Rosalie Pins den Empfang eines Paketes.
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Lodz - der Ghettozaun und ein Durchlass (1942).
Lodz - ein Angehöriger des "Ordnungsdienstes" vor der "Wache", ausgestattet mit Mütze, Armbinde, Knüppel - und natürlich mit dem Stern (1942).
Lodz - Blick in eine Schusterei (1942).
Die Juden besteigen den Lastwagen, 27.7.42. Es regnet, es ist kühl
- oder warum tragen die Juden dicke Mäntel ?
Brandstrasse - Der Lastwagen fährt ab, die Fahrt ins Gas beginnt.
Blick nach Süd/Westen. In der Mitte die Lagerstrasse, links beginnt Block
("Ilot") M (1941).
Gelände zwischen den Baracken. Der Boden ist aufgeweicht, Frauen hängen
Wäscheteile auf Leinen (1941).
In einer Baracke. Frauen wohnen eng aneinander gedrängt auf Holzbetten, an den Wänden Bretter für die Habseligkeiten (1941).
Arbeitskarte einer jungen russischen Frau (1944).
Rückseite einer Arbeitskarte (1943).
Ostarbeiterlager "Hoffnungsthal" oder "Kalmusweiher", auch: "Stephansheide", in der Wahner Heide. Eine der letzten noch in der ursprünglichen Form erhaltenen Baracken. (Aufnahme 1986) In der Nähe liegt der Friedhof, auf dem über 100 sowjetische Kriegsgefangene begraben sind, die noch 1945 verhungerten oder an Krankheiten starben.
"Ostarbeiter" Feodor G., Jahrgang 1927.
Stanislawa A., Polin, Jahrgang 1915. Das "P" ist seitenverkehrt und an der falschen Seite angeheftet.
Olja K., Jahrgang 1922, offenbar in Landestracht.
Iwan M., Jahrgang 1887, in russischer Tracht.
in Wehrmachtsuniform (1940). Seine Frau Martha ist zu der Zeit schon wieder seit
1938 in der HPA Bonn.
Mit Blick auf die Klevstrasse. Der Platz ist gebildet worden aus
Gartengrundstücken; heute "Pfarrer-Kenntemich-Platz". Die Aufnahme (1935) ist vermutlich vom
Kirchturm von St. Hippolytus aus gemacht worden.
8.5.85: Heike Teuber und Stefan Schwarze, für die Schülerinnen und Schüler der Realschule Heimbachstrasse, legen einen Kranz vor dem Mahnmal nieder. (Aufnahme: Klaus Schmitz)
8.5.85: Einweihung des Mahnmals (vorne rechts). In der Mitte
die ehemals Troisdorfer Juden. (Aufnahme: Klaus Schmitz)
10.11.85: Die Jungsozialisten Troisdorf legen einen Kranz nieder, am Jahrestag
der "Reichskristallnacht".
(Fundstelle: Archiv der Stadt Siegburg)
In der unteren Bildhälfte die Unterführung Blücherstrasse, in Bildmitte die Kreuzung (Alte) Poststrasse/Hippolytusstrasse, am linken Bildrand die Burg Wissem, am oberen Bildrand die Frankfurterstrasse in Richtung Siegburg.
(Fundstelle: Sammlung Banas)
Dieses und sieben weitere Fotos von polnischen Mädchen/ Frauen (hier nicht
abgedruckt) hat Frau Banas, geborene Mleczak, 1993 bei ihrem Besuch in Troisdorf mitgebracht.
Die Fotos sind am 16.Februar 1944 im Lager Mülheimer Strasse von einem Fotografen gemacht
worden. Auf allen acht Fotos ist über den Köpfen jeweils eine Schiefertafel mit der
Gefolgschaftsnummer (hier: A 752) zu sehen. Vergleichbare Fotos sind in Troisdorf unter dem
Hakenkreuz, S.213, abgedruckt.
(Fundstelle: Sammlung Banas)
rechts der Herausgeber
Bei ihrem Besuch 1993 in Troisdorf haben die beiden Frauen das "Lager" wiedergefunden, in dem sie im Sommer 1944 vorübergehend untergebracht waren. Es ist der Saal, der zu der heutigen Gaststätte "Zur Post" in Mondorf gehört. (Foto: Irek Przybyla)
Die Vorderseite
Der Bühnenausgang
(Fundstelle: Sammlung Romazanova)
Dieses Foto hat ihr Sohn 1992 geschickt. Es zeigt Frau Romazanova und ihren Ehemann Pavel (gestorben 1986) und das Enkelkind Ljudmilla.
(Fundstelle: Sammlung Romazanova)
Nach der Beschriftung auf der Rückseite ist dieses Foto am 16.Juni 1944 in Bromberg gemacht worden.
(Fundstelle: Sammlung Leclère)
Andre (li) im Flugzeug
Andre (li) mit Esel
(Fundstelle: Sammlung Leclère)
André Leclère benutzte sie in der 20. Woche des Jahres 1944 für die Fahrt(en) vom "Lager Schmitz" in Mondorf zur DAG. Wahrscheinlich war dieses Lager derselbe Saal, in dem auch die Polinnen (s.o.) vorübergehend untergebracht waren.
(Fundstelle: Sammlung Leclère)
"Baracke 17 4" ist eingetragen; d.h. es gab mindestens 17 Baracken, jede Baracke hatte ca. 15 Räume, jeder Raum sechs Betten. Also konnten ca. 1.500 Personen gleichzeitig im Lager Mülheimer Strasse wohnen. Hinzuzurechnen ist noch das sogenannte "Russenlager", unmittelbar anschliessend, dessen Grösse aber nicht bekannt ist.
Auf der Rückseite wurden die 54 Wochenfelder (1-53 und 1) mit einem Stempel entwertet.
(Fundstelle: Sammlung Leclère)
Im Innern des Heftes sind die Monate Februar bis April 1944 mit je 1,20 RM quittiert. Die Existenz einer solchen "Amicale" beweist die relative Freizügigkeit für westeuropäische Arbeiter. André Leclère berichtet von einem Versammlungslokal in Siegburg.
vor seinem Haus in Frankreich, 1993
Das Foto ist im Herbst 1992 beim Besuch des Herausgebers im Haus von Herrn Huybregts gemacht worden.
Bertus Huybregts (2. von links) und Vorstandsmitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Troisdorf, 1993 (Foto: Klaus Schmitz) Im Mai 1993 besuchte Herr Huybregts Troisdorf. Dabei entstand dieses Foto in der Fussgängerzone.
Bertus Huybregts mit Matthias Kümpel und Arbeitskollegen, 1944 (Fundstelle:
Sammlung Huybregts) Das Foto soll 1944 anlässlich einer Betriebsfeier in der Gaststätte
Jordan entstanden sein. Bertus Huybregts ist der 2. von rechts, Matthias Kümpel, der
Seniorchef, ist der 3. von links. Bis auf Herrn Huybregts sind alle abgebildeten Männer
im Krieg gefallen oder inzwischen verstorben.
Tadäus Jawaski (1919-1945) und Wadyslaw Krupa (H 1945) sind zwei der ausländischen Toten vom Kriegsende in Spich. über die beiden ist weiter nichts bekannt. Vermutlich sind sie bei den Bombenangriffen im März 1945 getötet worden.
Maria Jablonska (1926-1945) und Alexander Smokowicz (1924-1945) gehören zu den jüngsten Toten.
(Foto: Frau Körber-Leupold, mir frdl. Genehm. des Historischen Archivs der Stadt Köln)
(=HUISKES, Nr. 605, abgebildet S. 320)
die übersetzung (nach HUISKES, S.165):
"Hier haben 2 Freunde / Fedja + Tolja gesessen, die in / Troisdorf gearbeitet und keinem / etwas abgetan hatten. / Sie sitzen hier ohne Schuld. / Sie wollten nur heiraten, / aber die Heirat platzte / endgültig./ Wer diese Leute kennt, / bitte keine Verzeihung."
Gedenkstein in Kalmusweiher, 1986
Das Gelände hat mehrere Namen: Stefansheide oder Kalmusweiher oder eben Hoffnungsthal. Die meisten Grabsteine sind beschriftet "Unbekannter russischer Soldat H 1945".
Die Tafel erinnert an die jüdischen Zwangsarbeiterinnen in der
Verwertchemie Allendorf.
Die ehemalige Hauptverwaltung der Verwertchemie in Allendorf, 1986. Das
Gebäude ist [1986] in schlechtem Zustand; die Fassade der linken Hälfte war kurz vorher
gestrichen worden.
ehem. Munitionsdepot, heute Wohnhaus in Allendorf, 1986
Das Konstruktionsprinzip lässt sich heute, nachdem einiges verändert worden ist, nur noch erahnen: Das Gebäude hatte drei starke und fensterlose Wände, die vierte Wand, d.i. die dem Betrachter zugewandte, war bewusst recht schwach gehalten worden: Sie sollte bei einer Explosion herausfliegen und so den Explosionsdruck in eine bestimmte Richtung ablenken. Vor allem in dieser Wand konnte man nach 1945 Fenster einbauen.
"L´eau n'est pas potable mal sein". Hinweis für die französischsprachigen Zwangsarbeiter in der Verwertchemie Hessisch Lichtenau.
(Fundstelle: Archiv der Stadt Minsk)
Es sind Fotos, die im Museum der Stadt Minsk aushängen. Die Texte, die in russischer Sprache darunter stehen, sind im folgenden in deutscher übersetzung wiedergegeben (übersetzung von Herrn Richard Decker). Die Aufnahmen sind wahrscheinlich unmittelbar nach der Einnahme Minsks durch die 2. Weissrussische Front am 2.Juli 1944 von der Roten Armee gemacht worden. Die Abbildungen selbst liefern keinen zwingenden Hinweis auf getötete deutsche Juden.
"Lager Trostenez"
"Lager Trostenez"
"Krematorium Ofen, in dem die von den Deutschen getöteten sowjetischen Bürger verbrannt wurden."
"Persönliche Sachen der von den Deutschen erschossenen sowjetischen Bürger."
"Leichen sowjetischer Bürger, von den Deutschen verbrannt in der Scheune [Lagerplatz ?]."
"Leichen sowjetischer Bürger, von den Deutschen verbrannt in der Scheune [Lagerplatz ?]."
(Foto: Dieter Corbach)
"Leute, verneigt Euch.
Hier wurde in den Jahren des Grossen Vaterländischen Krieges von den deutsch-faschistischen Eroberern das grösste auf dem besetzten Territorium der UdSSR sich befindende Todeslager organisiert.
Von 1941 bis 1944 wurden in ihm mehr als 206 Tausend Menschen zu Tode gequält, erschossen, aufgehängt und verbrannt."
(Foto: Heinz Müller)
Die Bergstrasse existiert heute nicht mehr; an der Stelle steht seit einigen Jahren ein Grosskaufhaus. Fotografiert sind die Häuser in Richtung Kirchstrasse. Das Haus Sommer - Nr. 17 - ist nicht mehr zu sehen, es stand weiter links. Erkennbar ist aber der Fachwerkhaus-Stil, der typisch gewesen sein dürfte.
Inzwischen ist die Lücke bebaut.
(Sammlung Walter Braschos)
Das Foto zeigt die Ehefrauen Troisdorfer Metzger in einem Gartenlokal; stehend von links: Frau Höck (?) / Frau Keller / Frau Kemmer / Frau Hedwig Levy / Frau Höck (?) / Frau Seibert, sitzend von links: Frau Maria Braschos / Frau Brodesser / Frau Eva Wolf / Frau Nothelfer / Frau Schiller / Frau Rosa Marx (?). Ihre Ehemänner gehörten der 1933 aufgelösten "Fleischer-Innung für Troisdorf, Sieglar und Umgebung" an. Nach der Kleidung zu urteilen könnte das Foto Ende der 20er /Anfang der 30er Jahre entstanden sein.
Unklar ist, ob die Dame rechts sitzend tatsächlich Rosa Marx, Tochter von Eva Wolf, ist. Bei dem Vergleich mit einem späteren Foto (Troisdorf unter dem Hakenkreuz, S.207) ist keine eindeutige ähnlichkeit festzustellen. Frau Marx hat von ihrer Heirat 1933 bis zum Tod ihrer Mutter 1939 nicht in Troisdorf, sondern in Bonn gewohnt.
(Fotos: Klaus Schmitz)
Am 8.Mai 1985 wurde am Jahnplatz eine Gedenkstein für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft enthüllt. Ehemals Troisdorfer Juden waren dabei anwesend: In der ersten Reihe der Herr im hellen Anzug: Solly Jonas (H 1992), rechts etwas verdeckt hinter ihm Julia Cahn, rechts daneben Erna Falkenstein, rechts daneben Hilde Jonas. Auf den beiden Fotos sind nicht zu sehen Ludwig Pins und seine Gattin Luz Pins.
Bürgermeister Hans Jaax legt einen Kranz nieder.
Die Aufnahme entstand im Sommer 1992 in ihrer Wohnung in Fargo, Nord-Dakota (USA).
Fotografiert ist die Strassenfront.
(Foto: Walter Jonas)
Nach jüdischem Brauch wird dem Toten erst nach einigen Monaten - hier im August 1992 - ein Grabstein gesetzt.
(Sammlung Norbert Cahn, Repro: Kunibert Weyer)
Das Haus stand in der Nähe des Mühlengrabens. Norbert Cahn erzählte: Der Stukkateur sollte "Metzgerei" über das Fenster schreiben, vergass das aber und schrieb den Namen des Inhabers auf die Wand. Wegen des Alters des Jungen (Norbert Cahn ist 1921 geboren) ist das Foto etwa 1925 entstanden.
Das Foto entstand 1986, als das Firmengelände bereits aufgelassen worden war und offensichtlich als Schrottplatz genutzt wurde. Die Beschriftung "Reinartz" ist auf dem linken Gebäude noch schwach erkennbar. Die Gebäude sind inzwischen abgerissen; dort wird die EL 332 entlangführen.
Erwin Bernauer
Walter Braschoss
CDJC, Paris
änne Dufeu
Ferrari
Norbert Flörken
Wally G.
Gerd Hamacher
HStA, Düsseldorf
Meta Kargl
Hilarius Odenthal
Klaus Schmitz
Sta, Troisdorf
Wiener Library, London