Abbildungen

Das Radio der Kommunisten

radio Frau Wally G. vor dem bewussten Radio; es besteht aus zwei dunklen Kästen, die im Küchenbord neben Zucker und Sago verstaut sind (Aufnahme 1934). Die NSDAP hat es 1933 manipuliert, damit die "Moskauer Sendungen" nicht mehr empfangen werden konnten.

Postkarten aus dem Moorlager

Was mag der Vater (Paul M.) wohl gefühlt haben, als er im KZ Esterwegen seiner Familie diese Postkarten bastelte? Strohhalme, natur und gefärbt, und eine kunstvolle Schrift bilden den kargen Schmuck dieser Karten. Auf den Rückseiten hat die Zensur gestempelt:

moorlager Staatl[iches] Konzentr[ations]-Lager II *

Esterwegen (Hümmling).

Dr. Matthias Odenthal

vor 1933 SPD-Vorsitzender, in einem "Hochverrats"-Prozess 1934 freigesprochen. (Aufnahme ca.1959)

Katharina Lorscheidt

lorscheidt eine Aufnahme, die 1934 in der Sowjetunion entstand und die sie einem Brief an ihre Schwester Hanni beilegte.

Anton Hamacher

hamacher der im SA-Heim ermordet wurde. Die Aufnahme ist von 1932 oder 1933, vielleicht das letzte Foto vor seinem gewaltsamen Tod im SA-Heim.

Josef Kargl

1933 SPD-Vorsitzender und 1933 mehrere Monate in "Schutzhaft". (Aufnahme Ende der 50er Jahre)

Paul Münster

münster der im Moorlager war und die Karten hergestellt hat. (Aufnahme 1938)

Der Gemeinderat am 4. April 1933

Jakobs

Direktor Klefisch (DAG)

in der Uniform der DAF.

Altenrath

Rationierung

Im Krieg (und auch noch nach 1945) wurden wichtige Lebensmittel rationiert, d.h. sie waren nicht mehr frei käuflich: Hier eine "Reichsfettkarte" für Butter, Margarine, Speiseöl, Quark, Käse und Speck aus dem Monat April 1943.

Brünells Haus

brünell Die Fassade des Brünellschen Hauses (Hippolytusstrasse 4), wie sie der Architekt 1906 gezeichnet hat (aus der Bauakte). 1985 nach einem Umbau ist sie weitgehend wiederhergestellt worden.

Bernauers Haus

bernauer Die Giebelwand des Bernauerschen Hauses (Kölnerstrasse 55); an der betagten Reklamefläche sind alle Renovierungen vorübergegangen - auf ihre Art eine dauernde Mahnung (1985).

Lodz Ghetto, Theresienstadt Ghetto

Brandstrasse in Siegburg

siegburgDie Juden besteigen den Lastwagen, 27.7.42. Es regnet, es ist kühl - oder warum tragen die Juden dicke Mäntel ?

Brandstrasse - Der Lastwagen fährt ab, die Fahrt ins Gas beginnt.

Gurs

Zwangsarbeiter

"Leo"

rödel in Wehrmachtsuniform (1940). Seine Frau Martha ist zu der Zeit schon wieder seit 1938 in der HPA Bonn.

"Horst-Wessel"-Platz

markt Mit Blick auf die Klevstrasse. Der Platz ist gebildet worden aus Gartengrundstücken; heute "Pfarrer-Kenntemich-Platz". Die Aufnahme (1935) ist vermutlich vom Kirchturm von St. Hippolytus aus gemacht worden.

Jahnplatz

Troisdorf, Luftaufnahme 1933

troisdorf (Fundstelle: Archiv der Stadt Siegburg)

In der unteren Bildhälfte die Unterführung Blücherstrasse, in Bildmitte die Kreuzung (Alte) Poststrasse/Hippolytusstrasse, am linken Bildrand die Burg Wissem, am oberen Bildrand die Frankfurterstrasse in Richtung Siegburg.

Janina Mleczak, Ausweisfoto 1944

(Fundstelle: Sammlung Banas)

janina Dieses und sieben weitere Fotos von polnischen Mädchen/ Frauen (hier nicht abgedruckt) hat Frau Banas, geborene Mleczak, 1993 bei ihrem Besuch in Troisdorf mitgebracht. Die Fotos sind am 16.Februar 1944 im Lager Mülheimer Strasse von einem Fotografen gemacht worden. Auf allen acht Fotos ist über den Köpfen jeweils eine Schiefertafel mit der Gefolgschaftsnummer (hier: A 752) zu sehen. Vergleichbare Fotos sind in Troisdorf unter dem Hakenkreuz, S.213, abgedruckt.

Janina und Freundinnen bei einem Ausflug nach Königswinter, 1944

janina (Fundstelle: Sammlung Banas)

"Lager Mondorf", Janina Banas und Johanna Przybyla vor dem "Lager Mondorf", 1993,

rechts der Herausgeber

Bei ihrem Besuch 1993 in Troisdorf haben die beiden Frauen das "Lager" wiedergefunden, in dem sie im Sommer 1944 vorübergehend untergebracht waren. Es ist der Saal, der zu der heutigen Gaststätte "Zur Post" in Mondorf gehört. (Foto: Irek Przybyla)

Evdokija Golovan, mit Ehemann und Enkelkind, 1985

ewdokija(Fundstelle: Sammlung Romazanova)

Dieses Foto hat ihr Sohn 1992 geschickt. Es zeigt Frau Romazanova und ihren Ehemann Pavel (gestorben 1986) und das Enkelkind Ljudmilla.

Evdokija Golovan, Ausweisfoto Bromberg 1944

ewdokija(Fundstelle: Sammlung Romazanova)

Nach der Beschriftung auf der Rückseite ist dieses Foto am 16.Juni 1944 in Bromberg gemacht worden.

André Leclère und französische Kollegen bei einem Ausflug nach Königswinter, 1943 oder 1944

(Fundstelle: Sammlung Leclère)

Wochenkarte der Kleinbahn Siegburg-Zündorf (Vorderseite)

kleinbahn (Fundstelle: Sammlung Leclère)

André Leclère benutzte sie in der 20. Woche des Jahres 1944 für die Fahrt(en) vom "Lager Schmitz" in Mondorf zur DAG. Wahrscheinlich war dieses Lager derselbe Saal, in dem auch die Polinnen (s.o.) vorübergehend untergebracht waren.

"Lager-Verpflegungs-Ausweis" (Vorderseite)

andre(Fundstelle: Sammlung Leclère)

"Baracke 17 4" ist eingetragen; d.h. es gab mindestens 17 Baracken, jede Baracke hatte ca. 15 Räume, jeder Raum sechs Betten. Also konnten ca. 1.500 Personen gleichzeitig im Lager Mülheimer Strasse wohnen. Hinzuzurechnen ist noch das sogenannte "Russenlager", unmittelbar anschliessend, dessen Grösse aber nicht bekannt ist.

Auf der Rückseite wurden die 54 Wochenfelder (1-53 und 1) mit einem Stempel entwertet.

Quittungsheft der "Amicale des Travailleurs français de Siegburg-Troisdorf" (Vorderseite)

amivcale(Fundstelle: Sammlung Leclère)

Im Innern des Heftes sind die Monate Februar bis April 1944 mit je 1,20 RM quittiert. Die Existenz einer solchen "Amicale" beweist die relative Freizügigkeit für westeuropäische Arbeiter. André Leclère berichtet von einem Versammlungslokal in Siegburg.

André Leclère, 1993

andre vor seinem Haus in Frankreich, 1993

Bertus Huybregts, 1992

Das Foto ist im Herbst 1992 beim Besuch des Herausgebers im Haus von Herrn Huybregts gemacht worden.

Grabstein auf dem Friedhof Spich, 1989

Tadäus Jawaski (1919-1945) und Wadyslaw Krupa (H 1945) sind zwei der ausländischen Toten vom Kriegsende in Spich. über die beiden ist weiter nichts bekannt. Vermutlich sind sie bei den Bombenangriffen im März 1945 getötet worden.

Grabstein auf dem Friedhof Troisdorf, 1989

Maria Jablonska (1926-1945) und Alexander Smokowicz (1924-1945) gehören zu den jüngsten Toten.

Wandinschrift im EL-DE-Haus, Köln ca. 1944

el -de(Foto: Frau Körber-Leupold, mir frdl. Genehm. des Historischen Archivs der Stadt Köln) (=HUISKES, Nr. 605, abgebildet S. 320)

die übersetzung (nach HUISKES, S.165):

"Hier haben 2 Freunde / Fedja + Tolja gesessen, die in / Troisdorf gearbeitet und keinem / etwas abgetan hatten. / Sie sitzen hier ohne Schuld. / Sie wollten nur heiraten, / aber die Heirat platzte / endgültig./ Wer diese Leute kennt, / bitte keine Verzeihung."

Gedenkstein in Kalmusweiher, 1986

Das Gelände hat mehrere Namen: Stefansheide oder Kalmusweiher oder eben Hoffnungsthal. Die meisten Grabsteine sind beschriftet "Unbekannter russischer Soldat H 1945".

Gedenktafel in Münchmühle, 1986

Das Konstruktionsprinzip lässt sich heute, nachdem einiges verändert worden ist, nur noch erahnen: Das Gebäude hatte drei starke und fensterlose Wände, die vierte Wand, d.i. die dem Betrachter zugewandte, war bewusst recht schwach gehalten worden: Sie sollte bei einer Explosion herausfliegen und so den Explosionsdruck in eine bestimmte Richtung ablenken. Vor allem in dieser Wand konnte man nach 1945 Fenster einbauen.

Wandinschrift in Hessisch Lichtenau, 1986

"L´eau n'est pas potable mal sein". Hinweis für die französischsprachigen Zwangsarbeiter in der Verwertchemie Hessisch Lichtenau.

Aufnahmen aus Maly Trostinez, vermutlich 1944

(Fundstelle: Archiv der Stadt Minsk)

Es sind Fotos, die im Museum der Stadt Minsk aushängen. Die Texte, die in russischer Sprache darunter stehen, sind im folgenden in deutscher übersetzung wiedergegeben (übersetzung von Herrn Richard Decker). Die Aufnahmen sind wahrscheinlich unmittelbar nach der Einnahme Minsks durch die 2. Weissrussische Front am 2.Juli 1944 von der Roten Armee gemacht worden. Die Abbildungen selbst liefern keinen zwingenden Hinweis auf getötete deutsche Juden.

"Lager Trostenez"

"Lager Trostenez"

"Krematorium Ofen, in dem die von den Deutschen getöteten sowjetischen Bürger verbrannt wurden."

"Persönliche Sachen der von den Deutschen erschossenen sowjetischen Bürger."

"Leichen sowjetischer Bürger, von den Deutschen verbrannt in der Scheune [Lagerplatz ?]."

"Leichen sowjetischer Bürger, von den Deutschen verbrannt in der Scheune [Lagerplatz ?]."

Gedenktafel in Maly Trostinez, 1991

trostonets (Foto: Dieter Corbach)

"Leute, verneigt Euch.

Hier wurde in den Jahren des Grossen Vaterländischen Krieges von den deutsch-faschistischen Eroberern das grösste auf dem besetzten Territorium der UdSSR sich befindende Todeslager organisiert.

Von 1941 bis 1944 wurden in ihm mehr als 206 Tausend Menschen zu Tode gequält, erschossen, aufgehängt und verbrannt."

Bergstrasse in Troisdorf, ca. 1960

sommer (Foto: Heinz Müller)

Die Bergstrasse existiert heute nicht mehr; an der Stelle steht seit einigen Jahren ein Grosskaufhaus. Fotografiert sind die Häuser in Richtung Kirchstrasse. Das Haus Sommer - Nr. 17 - ist nicht mehr zu sehen, es stand weiter links. Erkennbar ist aber der Fachwerkhaus-Stil, der typisch gewesen sein dürfte.

Giebelwand des Hauses Bernauer mit alter Reklame, Kölnerstrasse 55, 1984

Inzwischen ist die Lücke bebaut.

Troisdorfer Metzgersfrauen, ca. 1930

(Sammlung Walter Braschos)

Das Foto zeigt die Ehefrauen Troisdorfer Metzger in einem Gartenlokal; stehend von links: Frau Höck (?) / Frau Keller / Frau Kemmer / Frau Hedwig Levy / Frau Höck (?) / Frau Seibert, sitzend von links: Frau Maria Braschos / Frau Brodesser / Frau Eva Wolf / Frau Nothelfer / Frau Schiller / Frau Rosa Marx (?). Ihre Ehemänner gehörten der 1933 aufgelösten "Fleischer-Innung für Troisdorf, Sieglar und Umgebung" an. Nach der Kleidung zu urteilen könnte das Foto Ende der 20er /Anfang der 30er Jahre entstanden sein.

Unklar ist, ob die Dame rechts sitzend tatsächlich Rosa Marx, Tochter von Eva Wolf, ist. Bei dem Vergleich mit einem späteren Foto (Troisdorf unter dem Hakenkreuz, S.207) ist keine eindeutige ähnlichkeit festzustellen. Frau Marx hat von ihrer Heirat 1933 bis zum Tod ihrer Mutter 1939 nicht in Troisdorf, sondern in Bonn gewohnt.

Einweihung des Gedenksteins, 1985

(Fotos: Klaus Schmitz)

Am 8.Mai 1985 wurde am Jahnplatz eine Gedenkstein für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft enthüllt. Ehemals Troisdorfer Juden waren dabei anwesend: In der ersten Reihe der Herr im hellen Anzug: Solly Jonas (H 1992), rechts etwas verdeckt hinter ihm Julia Cahn, rechts daneben Erna Falkenstein, rechts daneben Hilde Jonas. Auf den beiden Fotos sind nicht zu sehen Ludwig Pins und seine Gattin Luz Pins.

Bürgermeister Hans Jaax legt einen Kranz nieder.

Hilde Jonas, 1992

Die Aufnahme entstand im Sommer 1992 in ihrer Wohnung in Fargo, Nord-Dakota (USA).

Das Haus von Hilde und Solly Jonas in Fargo, 1992

Fotografiert ist die Strassenfront.

Der Grabstein von Solly Jonas in Fargo, 1992

(Foto: Walter Jonas)

Nach jüdischem Brauch wird dem Toten erst nach einigen Monaten - hier im August 1992 - ein Grabstein gesetzt.

Alfred und Norbert Cahn vor ihrem Haus in Sieglar, ca. 1925

(Sammlung Norbert Cahn, Repro: Kunibert Weyer)

Das Haus stand in der Nähe des Mühlengrabens. Norbert Cahn erzählte: Der Stukkateur sollte "Metzgerei" über das Fenster schreiben, vergass das aber und schrieb den Namen des Inhabers auf die Wand. Wegen des Alters des Jungen (Norbert Cahn ist 1921 geboren) ist das Foto etwa 1925 entstanden.

Firmengelände Reinartz, Louis-Mannstaedt-Strasse, 1986

Das Foto entstand 1986, als das Firmengelände bereits aufgelassen worden war und offensichtlich als Schrottplatz genutzt wurde. Die Beschriftung "Reinartz" ist auf dem linken Gebäude noch schwach erkennbar. Die Gebäude sind inzwischen abgerissen; dort wird die EL 332 entlangführen.

BILDNACHWEIS

Erwin Bernauer

Walter Braschoss

CDJC, Paris

änne Dufeu

Ferrari

Norbert Flörken

Wally G.

Gerd Hamacher

HStA, Düsseldorf

Meta Kargl

Hilarius Odenthal

Klaus Schmitz

Sta, Troisdorf

Wiener Library, London

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