Zur Familie Pins gehörten
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Photo: Bernauer (1938) |
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Photo: Bernauer (1938) |
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Photo: Generalanzeiger 1985 |
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Sie wohnten seit 1920 im eigenen Haus in der Hofgartenstrasse 8. Alfred war Lokomitivführer, später heisst es "Altwarenhändler", kein "ehrbares" Handwerk, sondern eine Tätigkeit, die oft den Juden überlassen / übertragen wurde. Der Schlosser H. verkaufte ihm regelmässig Altmetalle und Schrott.
Sohn Ludwig geriet 1934 in Streit mit gleichaltrigen Nazis, die ihm Prügel androhten. Kurz entschlossen setzte er sich in den nächsten Zug und floh über Köln in die Niederlande. Dort verdingte er sich u.a. bei der Einpolderung der Zuider Zee. Ungefähr 1936 besuchten ihn seine Mutter und seine Schwester; Ludwig redete auf sie ein, doch gleich bei ihm zu bleiben - vergeblich: sie kehrten wieder nach Deutschland zurück.
1938 heiratete Johanna Arthur Hirsch und zog um nach Dortmund; dort verliert sich ihre Spur.
Im folgenden Jahr starb ihre Mutter. Alfred heiratete 1940 erneut, seine zweite Frau hiess Rosalie.
Alfred versuchte 1939, sein Haus zu verkaufen, flog aber auf, als er einen Teil der Kaufsumme in Bar erhalten wollte.
Alfred und Rosalie ziehen im Juli 1941 aus seinem Haus aus zu den Marx in der Frankfurter Strasse 56, einen Monat später mit diesen und Neumanns in das sog. "Judenhaus" in der Bergstrasse 17. Dort wohnen sie noch knapp ein Jahr.
Erich Marx (und Alfred Pins und Eduard Sommer) arbeiten 1941/42 bei der Firma Filk in Spich, Wilhelmstrasse 78; sie stellt feuerfeste Steine her.
Nachdem alle ihre Mitbewohner am 20.7.1942 abgeholt worden sind, leben sie noch eine Woche alleine in Sommers Haus, dann werden auch sie am 27.7.1942 deportiert, und zwar in das Altersghetto Theresienstadt bei Prag. Dort verliert sich ihre Spur. Im Oktober 1942 reisst das Deutsche Reich Haus und Grundstück an sich.
| Karte von Theresienstadt. Bahnhofstrasse ist "L 2". |
Alfred und Rosalie Pins wohnen in der Bahnhofstrasse 11 (=L.211), in dem Haus, das der tschechische Arzt Karel Fleischmann 1943/44 gezeichnet hat . Bis zum 4.Mai 1944 schickt Alfred Pins Postkarten an Bernauers, Rosalie bis zum 18.April 1944, insgesamt 12.
Die Quittung über Geld vom 4.5.1944 ist kein sicheres Lebenszeichen: Beide Postkarten sind von derselben Person geschrieben, aber einmal mit "Rosalie Pins", das zweite Mal mit "Alfred Pins" unterschrieben. Einer der beiden dürfte demnach schon tot sein - oder alle beide. Aus anderen Ghettos gibt es Beweise, dass Angehörige, Freunde, Nachbarn - sogar Fremde - Geld quittierten, nur damit die "Quelle" weiter sprudelte.
| Empfangsbestätigung vom 18.4.1944 | |
| dto. | |
| Empfangsbestätigung vom 4.5.1944 | |
| dto. |
Nunmehr gingen am 15., 16. und 18. Mai 1944 drei Transporte von
Theresienstadt nach Auschwitz ab. Mit diesen drei Transporten, die
die Abkürzungen „Dz“, „Ea“ und
„Eb“ bekamen, wurden insgesamt 7.389 Personen
(Männer, Frauen, Kinder) verschleppt; aus dieser Gruppe wurden
am 11. und 12. Juli 1944 etwa 4.000 bis 4.500 Personen in den
Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet; 3.000 bis 3.500 wurden
als Zwangsarbeiter auf andere Lager im Reich verteilt. Es ist
möglich, aber nicht zwingend, dass Alfed und Rosalie Pins zu
einem dieser Transporte gehörten.
Ludwig Pins verlässt rechtzeitig die Niederlande und wandert aus nach Kolumbien, von dort in die USA. 1952 werden ihm das Haus und das Grundstück seines Vaters zurückerstattet. Er verkauft es 1954 an einen Handwerksmeister. Am 24.12. 1987 ist Ludwig Pins in Florida gestorben.
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Stolpersteine für das Ehepaar Pins, 06. Dez.2008 |
2007 und 2011 besuchten Ludwig Pins' Töchter Gloria und Ines Troisdorf.
Archiv Bernauer
Stadtarchiv Troisdorf
Amtsgericht Siegburg, Grundbuchamt
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises
GOTTWALDT/SCHULLE, Die Judendeportationen aus dem deutschen Reich 1941-1945, Marix-Verlag Wiesbaden, 2005
mündl. Mitteilung von Herrn Karl H.
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