1941 Sep 23 NSDAP-Kreiswirtschaftsberater an Landrat, Lagebericht [1]

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter=Partei

�Siegburg, den 23.September 1941

Der Kreiswirtschaftsberater

der N.S.D.A.P.

des Siegkreises

An den

Herrn Landrat

des Siegkreises

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Sehr geehrter Herr Landrat!

�ber die wirtschaftliche Lage der Industrie im Siegkreis ist folgendes zu berichten:

Kammgarnindustrie:

[...]

Zellwollindustrie:

[...]

Weiterhin gebe ich Ihnen die Stellungnahme der Gesch�ftsleitung der Wester- Werke betr. Einsatz russischer Kriegsgefangener im Sektor Stahl und Eisen zur Kenntnis:

[2] ["]Seit einigen Wochen werden in den Wester-Werken, Spich-Troisdorf, russische Kriegsgefangene besch�ftigt. Hierbei wird die Beobachtung gemacht, dass deren Arbeitsleistungen ganz erheblich hinter denjenigen anderer Kriegsgefangener zur�ckstehen. Diese Tatsache d�rfte wohl nicht zuletzt auf den schlechten physischen Zustand der Russen zur�ckzuf�hren sein, die durch Unterern�hrung v�llig entkr�ftet und zu Arbeitsleistungen kaum in der Lage sind. Nach den derzeitigen Bestimmungen erhalten sie auch noch eine bedeutend niedrigere Zuteilung an Nahrungsmitteln als die �brigen Kriegsgefangenen. Die nat�rliche Folge davon ist, dass die Russen als produktive Arbeitskr�fte nicht anzusprechen sind.

Gerade in der Eisen- und Stahlindustrie, in der ausgesprochene Schwerstarbeit verlangt wird, m�sste die Ern�hrung der russischen Kriegsgefangenen schon eine bessere sein, wenn praktischer Nutzen aus ihrer T�tigkeit gezogen werden soll. - Auch w�hrend des [Ersten] Weltkrieges waren in meinen Betrieben russische Gefangene besch�ftigt, mit denen sogar sehr gute Erfahrungen gemacht wurden. Es ist zwar aus begreiflichen Gr�nden nicht m�glich, Vergleiche zu dem damaligen Menschenmaterial anzustellen. Ausserdem besteht von hier aus nat�rlich auch keinerlei Urteilsverm�gen �ber die Gr�nde, die eine derartige Minderzuteilung allgemein geboten erscheinen lassen. Dennoch d�rfte vielleicht im Interesse des produktiven Einsatzes der russischen Kriegsgefangenen zu erw�gen sein, ob sich nicht wenigstens eine Besserstellung derjenigen vornehmen l�sst, die in Betrieben t�tig sind, in denen schwere und schwerste k�rperliche Arbeit verlangt wird. Es m�sste hier ebenso, wie sonst �blich, unterschieden werden nach Langarbeitern, Schwerarbeitern und Schwerstarbeitern.

Sollten nicht Gr�nde der Vergeltung oder sonst zwingende die Minderzuteilung erfordern, so d�rfte jedenfalls eine bessere Versorgung der russischen Kriegsgefangenen unbedingt im Interesse des Arbeitseinsatzes gelegen sein.["]

Heil Hitler!

[gez.] Dr. H.E. St[...]




[1] Fundstelle: ARSK, LSK 3296, Bll.45 f.

[2] Nach der �blichen Praxis der Berichte und wegen einzelner Formulierungen ("mein Betrieb") d�rfte es sich im folgenden um die w�rtliche Wiedergabe einer Stellungnahme dieser Firma handeln.